Koscher heiraten – Kuppelei und Liebelei anno dazumal 

 

Wie fand man den richtigen Ehepartner in einer Zeit, in der Liebe oft zweitrangig war? Die Spieldokumentation „Koscher heiraten – Kuppelei und Liebelei anno dazumal“ entführt in die Welt der Partnersuche um die Jahrhundertwende und erzählt von Heiratsmärkten, Vermittlern, Annoncen und gesellschaftlichen Erwartungen. 

 

Im Zentrum steht Sophie von Zerdahelyi, Herausgeberin des ersten Wiener Heiratsannoncen-Blatts, dargestellt von Publikumsliebling Petra Morzé. In einer Epoche, in der Ehen meist aus wirtschaftlichen, sozialen oder familiären Gründen geschlossen wurden, versprachen Zeitungsannoncen neue Wege zum Glück. Hinter den verschlüsselten Chiffren verbargen sich jedoch oft weniger romantische Hoffnungen als vielmehr Fragen von Vermögen, sozialem Status und gesellschaftlichem Aufstieg. 

 

Die Dokumentation beleuchtet die lange Tradition der Partnervermittlung in der jüdischen Kultur ebenso wie die Heiratspraxis der katholischen Mehrheitsgesellschaft. Anhand authentischer Lebensgeschichten zeigt sie, wie Menschen zwischen familiären Erwartungen, gesellschaftlichen Zwängen und persönlichen Wünschen ihren eigenen Weg suchten. 

 

Zu ihnen zählt auch Friederike Sacher, die Tochter eines Gastwirts aus Lunz am See. Als ihr Vater einen Ehemann für sie auswählt, widersetzt sie sich den Plänen der Familie – und kämpft erfolgreich für das Recht, selbst über ihre Zukunft zu entscheiden. 

 

Mit Spielszenen und historischen Quellen erzählt der Film von Liebe, Konventionen und dem langsamen Wandel gesellschaftlicher Vorstellungen von Ehe und Selbstbestimmung im Österreich der Jahrhundertwende. 

 

Drehbuch & Regie: Gigga Neunteufel 

Koproduktion mit ORF III